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Einblick

Sicher vor der Flut - wie sich Unternehmen schützen können

von Dr.-Ing. klaus Piroth Mitglied der Geschäftsleitung
Wer sich frühzeitig mit den Risiken eines Hochwasser- oder Stark­re­ge­ner­eig­nis­ses befasst, ist im Zwei­fels­fall besser gewappnet. Gerade Unternehmen sollten aktiv werden, um Produk­ti­ons­aus­fälle oder Schäden auf dem Betriebs­ge­lände zu vermeiden.

In unre­gel­mä­ßi­gen Abständen führen lang­an­hal­tende und räumlich ausgedehnte Nieder­schläge oder räumlich begrenzte Starkregen immer wieder zu Hochwasser. Diese Hochwasser können große Schäden anrichten und Unternehmen in ihrem wirt­schaft­li­chen Handeln empfindlich stören. Die öffent­li­chen Maßnahmen im Hoch­was­ser­schutz helfen hier nur teilweise. Deshalb ist es auch für Unternehmen wichtig, sich mit dem Thema ausein­an­der­zu­set­zen.

Aus Unter­neh­mens­sicht stellen sich in diesem Kontext zwei grund­le­gende Fragen: „Was muss ich tun?“, d. h. welche gesetz­li­chen Rahmen­be­din­gun­gen gibt es? Und „Was kann ich tun?“, d. h. wie wird die betriebliche Tätigkeit möglichst wenig beeinflusst?

Den rechtlichen Rahmen bildet die EU-Hoch­was­ser­ri­si­ko­ma­nage­mentricht­li­nie, die durch das Wasser­haus­halts­ge­setz sowie die jeweiligen Gesetze der Bundes­län­der konkre­ti­siert wird. Demnach haben insbe­son­dere Unternehmen, die in einem Über­schwem­mungs­ge­biet liegen, spezielle Haftungs- und Sorg­falts­pflich­ten.

Für diese Unternehmen gilt beispiels­weise, dass sie ihre baulichen Anlagen nicht oder nur mit behörd­li­chen Ausnahmen erweitern dürfen. Werden wasser- und umwelt­ge­fähr­dende Stoffe verwendet, verlangen die zuständigen Behörden Nachweise zum Umgang mit den Gefahren und Risiken, die vom Objekt­schutz der Anlagen bis zur Verlagerung in einen nicht-gefährdeten Bereich reichen können. Jedes Unternehmen sollte daher unbedingt anhand der mitt­ler­weile deutsch­land­weit verfügbaren Hoch­was­ser­ge­fah­ren­kar­ten prüfen, ob es in einem Über­schwem­mungs­ge­biet angesiedelt ist.

Neben den gesetz­li­chen Rahmen­be­din­gun­gen gibt es auch unter­neh­mens­in­terne Interessen, die es nahelegen, sich mit dem Thema Hochwasser und der Erstellung eines Hoch­was­ser­ma­nage­ment­plans zu befassen. Das oberste Ziel ist dabei, Schäden an Gebäuden und Anlagen oder Ausfall­zei­ten in der Produktion gering zu halten.

Zu diesem Zweck empfiehlt sich ein Hoch­was­ser­ma­nage­ment­plan, der idea­ler­weise durch eine Stark­re­gen­be­trach­tung zu ergänzen ist (siehe hierzu der Beitrag „Stark­re­gen­vor­sorge für Unternehmen“.) Um einen Hoch­was­ser­ma­nage­ment­plan für Unternehmen aufzu­stel­len, sind vier Arbeits­schritte notwendig:

  1. Zusammenstellung der Grund­la­gen­da­ten
  2. Ermitteln der Gefah­ren­lage
  3. Ableitung von Maßnahmen
  4. Aufstellung des Hoch­was­ser­ma­nage­ment­plans
Ein gezieltes Hoch­was­ser­ma­nage­ment hilft jedem Unternehmen, im Fall des Falles gut vorbereitet zu sein - ungeachtet seiner Größe.
Dr.-Ing. Klaus Piroth, mitglied der geschäftsleitung

In einem ersten Schritt trägt das Unternehmen die Grundlagendaten zusammen und wertet diese aus. Die Hochwassergefahrenkarten liefern dabei erste Informationen zur Betroffenheit der Liegenschaft, denn sie zeigen Überflutungsflächen und Überflutungstiefen für häufige, mittlere und extreme Hochwasser. Diese Daten sind mit möglichst genauen Informationen zum Standort zu ergänzen.

In einem zweiten Schritt gilt es, die konkrete Gefahrenlage zu ermitteln. Denn die Hochwassergefahrenkarten enthalten meist keine speziell auf den Standort zugeschnittenen Informationen wie etwa zum Überflutungsverlauf oder zu den Fragen, wie lange das Wasser auf dem Gelände steht und wie schnell es abfließt. Diese Daten sind jedoch notwendig, um Notmaßnahmen während eines Hochwassers zu planen, und müssen daher standortspezifisch ermittelt werden. Mit Hilfe hydrodynamischer Modelle ist es möglich, diese Datenlücken zu schließen.

Hat ein Unternehmen ein solches Modell einmal aufgebaut und kalibriert, kann es die Wirksamkeit von Schutzmaßnahmen (wie etwa mobile Wände, Objektschutz usw.) in einem dritten Schritt untersuchen und geeignete Maßnahmen dimensionieren. Dabei kann es sinnvoll sein, das Betriebsgelände in Risikobereiche einzuteilen, etwa anhand der Frage, welche Bereiche kritisch für den Produktionsbetrieb sind, wo mit wassergefährdenden Stoffen hantiert wird oder wo diese gelagert werden.

Zuletzt wird der unternehmensspezifische Hochwassermanagementplan erstellt. Er dient dazu, alle Maßnahmen zu benennen, die im Vorfeld, während und nach einem Hochwasserereignis zu treffen sind. Dazu zählen etwa bauliche Maßnahmen oder definierte Zuständigkeiten und Abläufe. Auch die Fragen, wie die Mitarbeiter, die Behörden, die Feuerwehr oder die Anwohner informiert werden oder wo Chemikalien, wassergefährdende Stoffe, mobile Schutzeinrichtungen oder Pumpen und Schläuche gelagert werden, sind hier zu klären. Je nach Unternehmen, Tätigkeitsfeld und räumlicher Lage ist der Notfallplan weiter zu präzisieren.

5 Schritte im Management von Hochwasser- und Stark­re­gen­ri­si­ken in Unternehmen
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